Peter D. Zettel
Philosophie des Geistes

Wer bin ich?

Wer ich bin, wird von hunderten Milliarden Zellen und einer Billiarde Verbindungen definiert, die in jeder Sekunde Billionen elektrochemischer Impulse aussenden, metaphysischen Überlegungen einmal ausgeklammert.

Anders als Tiere und Pflanze kommen Menschen unfertig auf die Welt. ‚Learning by doing‘ ist das grundlegende Prinzip – und das bleibt, solange ich lebe. Ich ‚lerne‘ durch Bildung neuronaler Verbindungen, später durch deren Umgestaltung durch Erfahrungen und Umwelteinflüsse. Was ich erlebt, hat großen Einfluss auf meine Psyche und prägt im Zusammenspiel mit Genen und Memetik meine Persönlichkeit.

Es sind keine bewussten Entscheidungen, die ich treffe, sondern die Konsequenz der unvermeidbaren biologischen Struktur des Gehirns. Was ‚ich‘ bin – und wie ich reagiere – definiert sich über Aktivitäten des Gehirns, der sich auch bei Erwachsenen dank der Neuroplastizität umbauen kann.

Jede (neue) Tätigkeit und Praxis verändern mich nachhaltig, genauso, wie ich auf Impulse reagieren – bis hin zu meinen Essgewohnheiten. Erinnerung ist zwar das Zentrum meiner Identität, doch sie weder bleibend noch statisch, ihre Kapazität ist begrenzt und wird immer wieder ‚angepasst‘.

Das Gefühl, ich selbst zu sein, ist in dem Zusammenspiel der einzelnen Nervenzellen begründet. Und das ist der Filter, durch den ich die Dinge wahrnehme.