Philosophie des Geistes

Exkurs: Der Geist in der Flasche

Die große metaphysische Frage, wie der Geist in die Materie kommt, ist dank der Quantenphysik gelöst: Kann er gar nicht, weil er nämlich Materie ist. Geist und Materie sind ein und dasselbe. Nur wir Menschen unterscheiden ‚Geist‘ von ‚Materie‘, weil wir so denken.

Und das verfolgt uns regelrecht über die Sprache. Aber die erfasst nur einen Aspekt der Wirklichkeit. Objektivität ist nicht mehr als eine Geisteshaltung, die Materie auf eine ganz bestimmte Weise erscheinen lässt. Der Mythos der Objektivität hat uns vergessen lassen, dass wir die Welt bereits gestalten, während wir sie scheinbar als neutral erfassen.

Auf subatomarer Ebene verwandelt die Materie alleine dadurch ihre Gestalt, dass wir sie beobachten. Auch wenn es uns so erscheint, als würden wir nur glauben, was wir sehen, ist es genau umgekehrt: Wir sehen nur, was wir glauben.

Die Welt ist keine objektive Tatsache, sondern ein dynamisches Gefüge von Beziehungen. Es sind daher die Fragen und nicht die Antworten, die unser Weltbild bestimmen. Was wir nicht fragen, wird uns immer verborgen bleiben.